Presse und Medienberichte

 

Alte Immobilie wird abgerissen / Investor Müller plant, nur noch energieeffizient zu bauen

 

Drei neue Häuser auf Ex-Kindergartenareal

Einen ganz neuen Anblick soll es an der Harpstedter Straße geben, wo derzeit ein altes Kindergartengebäude steht. Geplant sind hier drei Häuser nach KfW-55-Standard.
 

Wildeshausen – Das Gebäude des ehemaligen Kindergartens an der Harpstedter Straße in Wildeshausen ist bald Geschichte. In den kommenden Tagen wird der Abrissbagger die Immobilie, die vor rund 70 Jahren gebaut wurde, dem Erdboden gleich machen. Investor Helmut Müller plant, auf dem knapp 2 000 Quadratmeter großen Grundstück drei Gebäude mit zusammen zwölf Wohneinheiten zu errichten. Von diesen ist wegen der großen Nachfrage nach Angaben des Bauträgers jedoch nur noch eine verfügbar.

 

Müller kündigte im Rahmen eines Pressegespräches am Mittwoch an, dass die Häuser – ebenso wie alle anderen, die er in Zukunft bauen wird, im KfW-55-Standard erstellt werden sollen. Sie sind somit besonders energieeffizient. „Die Bauwilligen können seit dem 24. Januar verbesserte Konditionen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen“, so Müller. Die Tilgungszinsen seien sehr attraktiv. Er biete deshalb den Käufern die Antragsunterlagen an, damit diese eine günstige Finanzierung erhalten können.

Jedes Gebäude soll die „Grüne Hausnummer“ erhalten

Am Ende der Maßnahme soll an jedem Gebäude die „Grüne Hausnummer“ stehen, die besonders energieeffiziente Immobilien auszeichnet. „Derzeit gibt es 50 Häuser, die die Nummer tragen“, berichtet Manuela Schöne, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Oldenburg, auf Nachfrage.

„Beim Klimaschutz ist das oberste Ziel der Verzicht auf fossile Brennstoffe. Deshalb bauen wir ab heute keine Häuser mehr mit einen Gasanschluss“, kündigte Müller an. Für die Kunden könne das kostenneutral erfolgen. Die späteren Verbrauchskosten seien etwas niedriger als beim Bezug von fossilen Brennstoffen, so der Immobilienkaufmann.

Zwei größere Projekte in Planung

Müller möchte die Zertifizierung unter anderem dadurch erreichen, dass er in seinen Neubauten stombetriebene Wärmepumpen für Heizung und Wasser installiert. Derzeit arbeitet seine Firma an zwei größeren Projekten. Während an der Harpstedter Straße bis Sommer 2021 die zwölf Wohneinheiten mit einer Größe von 50 bis 60 Quadratmetern entstehen, sollen an der Bargloyer Heide in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme ebenfalls bis Sommer kommemnden Jahres 22 Wohneinheiten in Reihen- und Doppelhäusern gebaut werden. Auch dort ist die Nachfrage nach Müllers Auskunft groß, zumal Wohnraum in Wildeshausen knapp ist.

Kritik an Mietpreisen und Wohnraumangebot

„Unser vorrangiges Ziel ist es, sparsam mit Grund und Boden umzugehen, sodass nur so viel Grundfläche benötigt wird wie nötig, um angemessenen Wohnraum zu schaffen, der für die Allgemeinheit komfortabel und darüber hinaus auch bezahlbar bleibt“, so Müller. Er berichtet, dass die Mietpreise bei den kleineren und mittlereren Wohnungen aufgrund der Knappheit in Wildeshausen mittlerweile auf dem Niveau von Oldenburg angekommen seien. „Das liegt zum größten Teil daran, dass hier ein Mangel verwaltet wird“, kritisiert Müller. Es gebe einen Mangel an Grundstücken, die bezahlbar seien sowie einen Mangel von Anbietern, die ausreichend großen sowie bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellten. „Ich würde mir wünschen, dass die Stadt Wildeshausen den KfW-Standard in allen Baugebieten zur Verpflichtung macht“, so Müller. Das sei in seinen Augen ein wichtiger Schritt zu mehr Klimaschutz.  dr

 

 

Grüne Hausnummer eingeplant

Neubauten In Wildeshausen

 

Das ehemalige Gebäude des städtischen Kindergartens „Pusteblume“ an der Harpstedter Straße in Wildeshausen steht vor dem Abriss. Ein Abrissunternehmen hat mit ersten Arbeiten begonnen. Eigentümer des 1950 Quadratmeter großen Grundstücks ist die Müller Wohnbau Bauträgergesellschaft. Geschäftsführer Helmut Müller lässt dort drei Häuser mit jeweils vier Wohnungen in einer Größe von 50 bis 60 Quadratmetern errichten. „Elf von zwölf Wohnungen sind bereits vergeben“, sagt er und spielt damit auf die große Nachfrage und das geringe Angebot in der Kreisstadt an. Mitte nächsten Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

 

KfW-55-Standard

Bei allen künftigen Bauten rückt Müller den Klimaschutz stärker in den Fokus und will nur noch nach KfW-55-Standard bauen. Beispiel: In den Wohnungen und Häusern werden keine Gasheizungen mehr eingebaut, sondern Luftwärmepumpen. „Sie funktionieren ähnlich wie eine Klimaanlage“, meint Müller. „Im Winter kann mit der Luftwärmepumpe geheizt werden, im Sommer gekühlt.“ Beim Klimaschutz sei das oberste Ziel der Verzicht auf fossile Brennstoffe.

Mit Blick in die Zukunft erhalte jede Immobilie einen 400-Volt-Anschluss. Sollte jemand sein Haus mit einer Photovoltaik-Anlage samt Speicher erweitern, könne so später ein Elektroauto geladen werden.

Das betrifft aber nicht nur Müllers Neubaupläne an der Harpstedter Straße, sondern auch im Baugebiet „Vor Barg-loy“. Dort konnte er – ebenfalls von der Stadt – eine Fläche von 6338 Quadratmetern erwerben. Vorgesehen sind dort 26 Doppel- und Reihenhäuser mit je gut 100 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Vier Häuser sind fertig. Sie wurden noch mit konventionellen Gasheizungen gebaut. Die anderen 22 Doppel- und Reihenhäuser erhalten keinen Gasanschluss mehr, sondern Luftwärmepumpen.

Auch hier ist die Nachfrage groß. Laut Müller sind von den 26 Doppel- und Reihenhäusern bereits 22 vergeben. „Darunter sind viele Kunden, die bei der Vergabe der städtischen Bauplätze in Bargloy nicht zum Zuge gekommen sind.“ Für Müller setzt sich die Bezahlbarkeit von neuem Wohnraum aus einem günstigen Grundstück, einer günstigen und klimafreundlichen Realisation des Gebäudes sowie einer günstigen Finanzierung zusammen. Bauherren könnten jetzt für einen KfW-55-Standard von den gerade verbesserten Konditionen der KfW-Bank profitieren.

Stadt angeschrieben

Beim Klimaschutz geht Helmut Müller inzwischen so weit, dass er sich wünscht, dass die Stadt und andere Kommunen preiswertes Bauland für Klimaschutzquartiere nach dem KfW-55-Standard anbieten würden. Einen entsprechenden Brief habe er an die Stadt Wildeshausen geschickt. „Nichts zu tun ist der falsche Weg“, sagt er.

Die von Müller geplanten Häuser sollen die Kriterien für die Grüne Hausnummer erfüllen, für die sich die Eigentümer dann bewerben können. Mit der Grünen Hausnummer werde auch nach außen sichtbar, dass die Wohnhäuser energieeffizient und klimafreundlich sind. Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es derzeit 50 Gebäude im Landkreises Oldenburg mit einer Grünen Hausnummer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.